Mittwoch, 18. Januar 2012

Wohin?

...die Frage überhaupt. Es gibt so viele Wege, die man einschlagen kann, dass man sich bei dem Überangebot nicht entscheiden kann. Und solang man sich nicht entschieden hat, bleibt man einfach erstmal am Rand stehen und sieht zu, wie andere an einem selbst vorbei trampeln und die noch freien Wege füllen. Bis man sich mit dem Warten jeden verdammten einzelnen Weg verbaut hat und dann steht man immer noch da am Wegesrand und bleibt da auch erstmal stehen, es sei denn, man hat den Mut eine völlig neuen Weg zu erfinden....
Tja, ich hab ein sehr schlechtes Timing was das Stehenbleiben betrifft. Neunte Klasse Gymnasium und ich weiß, da kann ich nicht bleiben, aus verschiedenen Gründen. Mir ist natürlich bewusst, nicht nur mir geht es so, sondern viele wissen zum Beispiel auch nachdem sie die Schule hinter sich gebracht haben nicht mehr weiter. Aber wie gesagt, die sind durch, ich bin mitten drin und da hat man dummerweise nicht sonderlich viel Zeit zum Nachdenken. Zumal meine Mutter auch recht schnell ungeduldig wird. Die wusste ja auch immer was sie wollte. (Ich bin im Gegensatz zu ihr allerdings auch ein "blödes egoistisches Miststück")
Was ich will?
Auf jeden Fall auf dem Gymnasium bleiben. Ich bin im Moment unglaublich schlecht in der Schule, wenn nicht sogar die schlechteste aus der Klasse. Aber daran gewöhnt man sich irgendwie. Andere heulen, wenn sie eine Fünf einkassieren, ich nehm sowas (äußerlich) sehr kalt und gelassen auf. Das hat nichts damit zu tun, dass ich zu schlecht bin. Ich weiß, dass ich viel besser sein könnte. Aber ich fühl mich in meiner Klasse nicht besonders gut und das ist noch untertrieben. Außerdem die Probleme zuhause und draußen...naja, ich denke da könnte jeder seinen eigenen Roman drüber schreiben.
Wie auch immer, eine echte Chance wäre das Kunstgymnasium. Ich interessiere mich sehr für Kunst und Modedesign. Aber nachdem ich festgelegt habe, dass es genau das ist, was ich will, habe ich plötzlich Hemmungen bekommen, Angst es nicht zu schaffen. Schließlich muss man sich mit einer Mappe bewerben. Als das Kunstinternat noch so ein weit entfernter Wunsch von mir war, habe ich ganz viel gezeichnet, wie gewöhnlich eben, aber diesmal mit dem Ziel es für die Mappe besonders gut zu machen. Seit ich mich entschlossen habe, den Wunschtraum wahr werden zu lassen, zeichne ich nicht mehr. Nichts brauchbares zumindest. Und im Hintergrund nölt meine Mutter herum, vielleicht wäre das ja doch nichts für mich. Sie machts mir auch nicht gerade einfach.
Was die Noten betrifft, weiß ich, dass ich mich verbessern werde. Sobald ich da bin. Ablenkung gibts dann auch nicht mehr so viel und ich freu mich schon darauf, am richtigen Platz zu sein und wieder etwas dafür tun zu können, da zu bleiben und immer besser zu werden.
Meine Mutter meint, ich flüchte. Aber wenn das wirklich so wäre, hätte ich genauso gut schon vor zwei oder drei Jahren Leine ziehen können. Sicher, mir würde die Entfernung von meiner Mutter gefallen, aber das ist nun wirklich nur ein weiterer erfreulicher Nebeneffekt von vielen.

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